Kategorien
Allgemein

Gartenbuch für Anfänger- Johannes Böttner

Informationen folgen…

Kategorien
Anbau und Vorzucht

Wie tief und wann säen? – Aussaattabelle mit verschiedenen Zeiten und Tiefen

Einleitung

Jedes Jahr, wenn es an das Aussäen von den Pflanzen für das Frühjahr geht, stellen begeisterte Gärtnerinnen und Gärtner sich die Frage, welchen Einfluss es wohl auf das Pflanzenwachstum hat, ob man beispielsweise die Erbse einen Zentimeter tiefer oder höher in die Erde setzt. Im folgenden möchte ich eine kleine Erläuterung geben und mein Keimexperiment vorstellen. Damit soll auch Gartenneulingen oder Interessierten Hilfe gegeben werden und die Frage beantwortet werden, wie tief entsprechende Pflanzen auszusäen sind.

Vorneweg: Als Faustregel gilt: Je größer der Samen ist, desto tiefer muss er in die Erde. Diese Faustregel gilt bis auf einige wenige Ausnahmen fast für alle Kulturen. Außerdem kann man sagen, dass kleinere Samen (z.B. von Tabak oder allgemein Kräutern) in den meisten Fällen Lichtkeimer sind, die man garnicht in der Erde verbuddeln sollte.

Im Folgenden befindet sich eine Tabelle mit den wichtigsten Aussaattiefen von Kräutern, Gemüse, Obst, Blumen und anderen Pflanzen. Wer sich für die Zusammenhänge interessiert und sich für ein biologische Aspekte begeistern kann, dem ist angeraten, bis ans Ende dieser Seite zu scrollen. Dort befindet sich ein Text, indem noch einmal intensiver auf bestimmte Faktoren eingegangen wird.

Tabelle verschiedene Aussaattiefen von Pflanzen

Testtabelle:

[table id=1 /]

 

 

 

Kategorien
Allgemein

Projekte

Herzlich Willkommen. Im folgenden sind in der rechten Leiste Kategorien zu finden, nach denen Sie einzelne Beiträge dieser Website finden können. Ich wünsche viel Spaß beim Stöbern.

 

IMG_0740

Kategorien
Allgemein Sorten und Saatgut

Erfahrung und Bestellung bei Monika Gehlsen

Einleitung

Jedes Jahr stelle ich mir erneut die Frage, wo ich wohl für kommende Saison mein Saatgut beziehen soll. Generell sollte man – wenn möglich – Saatgut bestimmter Sorten von alten Menschen, Nachbarn oder Bauern erwerben. Gerade alte Leute die eine bestimmte Sorte jedes Jahr wieder und wieder anbauen sind sehr interessant, denn meistens haben diese (wenn auch unbewusst) eine regional angepasste Sorte herausselektiert und die Pflanzen wachsen auf dem Gebiet besonders gut. Leider hat jedoch nicht jeder diesen Luxus des Tauschens und Sammelns, aber heutzutage kann man sich auch im Internet abhilfe schaffen, wie ich es getan habe. Wichtig war mir,  samenechtes Saatgut und Samen von alten und historischen Sorten zu erwerben. Dieses Jahr habe ich darauf verzichtet, es bei großen Händlern wie Dreschflegl oder im Baumarkt zu kaufen, sondern bewusst alles bei kleinen Händlern online bestellt. Und dies nicht nur aus Preisgründen. Monika Gehlsen war ein kleiner Teil von meinem Vorhaben und von meiner Bestellung.

In meinem heutigen Beitrag geht es also um diese nett ausschauende, kleine Frau, die ihren Garten lebt und liebt. Bei einem Blick auf ihre Website, die im Übrigen sehr zu empfehlen ist, kann man sich selbst ein Bild von ihr machen.

 

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

Auswahl an Saatgut und alten Sorten

Die Auswahl von Monika Gehlsen an Saatgut und alten Sorten ist überschaubar und trotzdem recht vielseitig.  Sie selber verkauft nur sortenechtes Saatgut und keine F1-Hybriden, das heißt, man kann, wenn man ihr Saatgut aussät, wieder Samen davon ernten und diese im nächsten Jahr erneut anbauen. Was es genau mit F1-Hybridsaatgut auf sich hat, habe ich in diesem Artikel erklärt.

Jedenfalls, zurück zur Auswahl: Diese findet sich auf Monika Gehlsens Website in Form eines großen Samenkataloges in PDF oder in HTML-Format. Der Katalog ist schön übersichtlich gestaltet, die einzelnen Artikel (Samen) nummeriert und sotiert. Außerdem enthält jede Sorte eine schöne Beschreibung, die einen so manches mal zum Kauf verleitet und die Finger weich werden lässt…

Von grundsoliden Sorten wie z.B. die Ochsenherztomate, die jeder im Garten haben sollte über exotischere Dinge wie z.B. die Bitterzitrone oder bunter Mais bis hin zu einer riesigen Auswahl an Saatgut von farbenprächtigen und bunten Blumen – Monika Gehlsen hat eine riesige Auswahl und für jeden Liebhaber etwas in ihrem Sortiment.

Auch über den Preis von 0,50€ bzw. 1€ pro Packung Saatgut kann man sich nicht beklagen. Praktisch ein Selbstkostenpreis, der vermutlich notwendig ist, um Website, organisatorischer Aufwand usw. zu finanzieren. Reich wird man dadurch jedenfalls nicht, aber ich denke, darum geht es auch nicht. Eher sollte man das Ziel haben, alte Sorten vor dem Aussterben zu bewahren.

Paket von Monika Gehlsen! :-)
Paket von Monika Gehlsen! 🙂

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

Meine Bestellung bei Monika Gehlsen

Dieses Jahr bestellte ich zum ersten mal bei Monika Gehlsen. Dazu kopierte ich mir die Sorten, die ich haben wollte, mit der Nummer und dem Preis aus dem Bestellkatalog heraus und fügte sie in eine Liste ein. Diese sah dann ungefähr so aus:

1117W Weiße Miniaturgurke („White Miniature“) 1.- Euro
1118K Gurke „Yamato 3 Feet“ 1,- Euro
2100 Gewürzpaprika „Elefantenrüssel gelb“ (Capsicum annuum) 1,- Euro
3328L Calendula officinalis “Lemon Daisy“ 1,- Euro
usw…
Sich eine Liste mit Preis zu machen, ist sehr hilfreich, um die Kosten im Überblick zu behalten. Als ich meine Bestelliste fertiggestellt hatte, habe ich diese ausgedruckt und per Brief an der Website von Monika Gehlsen angegebene Internetseite geschickt.
Um ehrlich zu sein, ich war überrascht, wie schnell ich dann meine Lieferung im Haus hatte. Nicht mal eine Woche später kam Post von Monika Gehlsen – eine spitzen Leistung, wenn man bedenkt, dass ich noch in der Hauptsaison bestellt habe, d.h., dann, wann die meisten Leute ihr Saatgut bestellen.
Ich konnte es kaum erwarten, ihren Brief zu öffnen und zu begutachten. Als ich die einzelnen Samentütchen betrachtete, war ich sehr über die Masse der Samen erstaunt. Für einen Euro so viel Saatgut, dass ich vermutlich die nächsten 5 Jahre noch davon zehren kann. Nur mal ein Beispiel: Bei vielen Chilisamen-Shops bekommt man für 2€ höchstens 10 Samen, bei Monika Gehlsen bekam ich von von den Chili Tepin in meiner Bestellung allerdings über 40 Samen.
Für die, die es interessiert, was ich genau alles bestellt habe und wieviel ich von etwas erhalten habe, anbei noch eine Liste. Außerdem habe ich weiter unten noch weitere Bilder hinzugefügt.

Bestellung Liste

Sonnenblumen „Mongolischer Riese“ – über 80 Samen
Stangenbohne Lazy Housewife über 50 Samen
Ringelblume Calendula officinalis “Lemon Daisy“ über 100 Samen(nicht zählbar)
Schabzigerklee – über 100 Samen
Schwarzkümmel – über 100 Samen
weiße Minigurke – über 50 Samen
Gewürzpaprika (Chili) Joe’s Long – über 40 Samen
Gewürzpaprika (Chili) Starfish – ca. 40 Samen
Gurke Yamato 3 Feet – 35 Samen
Roter Wildpaprika (Chilitepin) – über 40 Samen
Gelber Kirschpaprika – über 40 Samen
Schabziger Klee – über 100 Samen
Gurke Braune Sibirische – über 30 Samen
Gurke Yamato 3 Feet – über 30 Samen
Mexikanische Cocktailgürkchen – über 30 Samen
Gewürzpaprika (Chili) Starfish – ca. 20 Samen
Schwarzkümmel – über 100 Samen
Poncrius Trifolatius (Bitterzitrone) – ca. 30 Samen
weiße Miniaturgurke – ca. 30 Samen

Am Ende noch ein kleiner Tipp: Wer etwas bestimmtes sucht, kann auch die browser Interne Suche benutze, die man mit STRG + F starten kann.

Verpackung

Alle Samen von Monika Gehlsen sind liebevoll verpackt. Es fällt auf, dass sie die ungewöhnlichsten Ideen hat, um ihr Saatgut zu verpacken – sei es Butterbrotpapier oder einfach „nur“ kleinere Folien – Frau Gehlsen ist hier sehr kreativ, was das betrifft. Auch hier merkt man die Sparsamkeit und Natruverbundenheit an.

Anbei noch ein paar Bilder aus meiner Bestellung.

 

Am Ende kann ich jeden nur ans Herz legen, sein Saatgut bei kleinen Händlern zu beziehen und nicht von den großen Saatgutproduzenten, die sich nicht für den Erhalt alter Sorten interessieren. Monika Gehlsen ist einer dieser „kleinen“ Händler, die ich guten gewissens sehr gerne jedem empfehlen kann.

Kategorien
Allgemein

Projekte

Herzlich Willkommen auf meinem Blog.

Kategorien
Anbau und Vorzucht

Pflanzen vorziehen unter Kunstlicht – so gelingt jede Vorzucht

Wie alles beginnt…

Kaum ist das alte Jahr vorbei, kribbeln den Chili-Fans schon die Finger. Manche können nicht früh genug mit der Aussaat ihrer Chilis anfangen (teilweise schon im Dezember!). Ähnlich ist es bei den Tomaten, auch hier sollte man sich nicht zu lange Zeit mit der Aussaat lassen, denn je früher sie ausgesät werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass (gerade bei spät reifenden Sorten) die Früchte in unseren Breitengraden auch ordentlich ausreifen.

Problem hierbei ist, dass es bei uns im Frühjahr noch zu kalt ist, um die Pflanzen an das Sonnenlicht zu stellen und in unseren (beheizten) Wohnungen oftmals zu warm und zu dunkel für ein gesundes Wachstum der jungen Pflanzen.

In der folgenden Galerie mal 3 von meinen Chilis. Diese sind ausschließlich unter Kunstlicht vorgezogen, welches ich zuerst in meinem Studentenzimmer und anschließend im Keller installierte.

Aufgrund der hohen Anfragen (vor allen in Selbstversorgergruppen auf Facebook), wie ich doch meine (fast) perfekten Pflanzen hinbekomme, habe ich mich also nun dazu entschlossen, meine Lösung für diese Problematik hier vorzustellen.

Was will eine Pflanze?

Zuerst einmal will ich kurz auf die Bedürfnisse einer Pflanze eingehen. Eine Pflanze braucht natürlich Nährstoffe wie Phosphor, Kalium, Mangan, dann braucht sie Wasser, CO2 und natürlich: Licht! Licht ist gerade bei der Vorzucht in den allermeisten Fällen der begrenzende Faktor, der eine Vorzucht misslingen lassen kann. Daher sollte man schon in der frühen Phase des Pflanzenwachstums für ausreichend Licht sorgen.

Nehmen wir als Beispiel Sonnenblumen – haben diese von Anfang an zu wenig Licht bekommen und sind einmal vergeilt, verzeihen sie dies in der Regel nie. Sie werden klein und spargelig bleiben, und ihre ganze Energie nurnoch in eine Notfallblüte stecken, damit sie wenigstens ein paar Nachkommen produzieren können.

Nun steht man vor dem Problem, dass in unseren beheizten Räumen im Winter noch viel zu wenig Licht eintritt (Die Lichtintensität und die Lichtdauer sind viel zu gering in Relation zur vorhandenen Wärme). Dies hat zur Folge, dass die Pflanzen spargeln bzw. vergeilen. Was man darunter versteht, habe ich in diesem Artikel erklärt.

Es ist also für ausreichend Licht zu sorgen. Hierzu gibt es viele Möglichkeiten: Hat man den Luxus eines unbeheizten, kalten Raumes im Haus und hellem Fenster (am Besten Südausrichtung), dann kann die Vorzucht von vielen Pflanzen gelingen. Ist es allerdings zu warm bzw. zu dunkel und man will gesunde und kräftige Pflanzen, muss man auf die Vorzucht mit Kunstlicht bzw. künstlicher Beleuchtung zurückgreifen.

4 mögliche Varianten zur künstlichen Beleuchtung haben sich besonders etabliert:

Natriumdampflampe

Sehr viel Licht, wird allerdings auch sehr schnell sehr heiß und hat einen immensen Stromverbrauch. Aufgrund der Verbrennungsgefahr der Setzlinge für die Vorzucht nicht zu empfehlen, da es besonders Anfängern schwer fällt, den richtigen Abstand zu finden. Natriumdampflampen stehen eher im Erwerbsanbau (Tomatengewächshäuser in Holland) etc. hoch im Kurs. Für unsere „kleine“ Anzucht lohnen sie sich meiner Meinung nach nicht.

Leuchtstoffröhre

Für die Vorzucht geeignet, wird aber trotzdem noch relativ heiß, unhandliche Handhabung wenn keine vorgefertigte Halterung, relativ günstig in der Anschaffung, Relation zwischen Verbrauch und Leistung für die Pflanzen ok

Energiesparlampe

Variiert je nach Modelltyp recht stark, manche haben ein ineffizientes Lichtspektrum, außerdem teilweise giftige Bestandteile – Umweltproblematik. Aus diesem Grund verwende ich sie sehr ungerne.

High-Power-LED

Wird nicht sehr heiß, sehr hohe Lichtausbeute, gutes Lichtspektrum für die Pflanzen mit sehr niedrigem Energieverbrauch, stellenweiße jedoch noch ineffizient, sehr teuer und hoher technischer Aufwand

Meine Lösung zur Anzucht:

Zum Vorziehen meiner Pflanzen unter Kunstlicht habe ich mir die Leuchtstation vom Gärtner Pötschke bestellt. Diese funktioniert mit 2 Leuchtstoffröhren.

Hier ein paar technische Daten:

– Leuchtmittel: 2 24Watt Leuchtstoffröhren

– bis 38cm höhenverstellbares Gestell

– 4 Anzuchtschalen

– Maße: 62x44x43 cm

– ganzjährige Anzucht von Kräutern und Pflücksalat

– Kosten 89,95€

 

Persönliche Erfahrungen und Kostenrechnung mit der Vorzucht der Pflanzen unter Kunstlicht

In meiner „Karriere“ als Kleingärtner hab ich schon einige Vorzuchtmethoden ausprobiert und komme dennoch immer wieder auf meine gekaufte Leucht-Anzuchtstation vom Gärtner Pötschke zurück. Dies liegt vor allem am sehr geringen Energieverbrauch, der mit Rund 45 Watt pro Stunde zu Buche schlägt. Angenommen, die Anzuchtstation wird 16 Stunden pro Tag betrieben, dann sind das 720 Watt pro Tag. Bei einem Strompreis von 35 Cent  pro Kilowatt hat man also effektive Kosten von rund 25 Cent pro Tag. Hochgerechnet auf den Monat, dann sind das knapp 8€. Nehmen wir nun an, wir nutzen das Leuchtstoffröhren Anzuchtgewächshaus von Februar bis April sind das effektive Kosten von 24€. Bei einer Natriumdampflampe beispielsweise wären die Kosten mindestens viermal so hoch.

24€. Wenn man allerdings überlegt, wie viele Pflanzen man dort vorziehen kann, ist der Preis mehr als berechtigt. Ich hab in einer Anzuchtstation 3 Schalen mit je 24 Töpfchen mit je 2-4 Pflanzen. Ergibt dann effektiv ca. 200 Pflanzen pro Anzuchtstation. 200 Pflanzen für 24€. Wenn das mal kein fairer Deal ist.

Jetzt muss man allerdings noch bedenken, dass die Anzuchtstation ja garnicht volle 3 Monate läuft. Wenn es sehr sonnig und warm draußen ist, empfiehlt es sich teilweise schon im März, bei den vorzuziehenden Pflanzen das Kunstlicht durch Sonnenlicht zu ersetzen, sprich, die Pflanzen aus dem Lichtkasten im Keller zu nehmen und raus unter die Sonne zu stellen.Dadurch minimieren sich die Kosten natürlich, so dass ich vielleicht effektiv umgerechnet auf ungefähr 12-16€ pro Saison komme.

Wie bereits oben beschrieben, nutze ich die Leuchtstoffröhren Anzuchtstation vom Gärtner Pötschke zum Vorziehen meiner Pflanzen unter Kunstlicht schon knapp 3 Jahre. Dieses Jahr ist eine zweite hinzugekommen und eine dritte ist in Planung. Chilis, Tomaten, Tabak, Hirse, diverse Ziergräßer, Gurken, Mais, Sonnenblumen, Tomatillo – es wird einfach zu viel und benötigt dementsprechend Platz.

Der einzige Negativaspekt an dieser Variante, seine Pflanzen mit Leuchtstoffröhren vorzuziehen den ich bisher erkennen konnte, sind die Kosten. Mit einem sehr hohen Preis von 89,95€ schlägt der Gärtner Pötschke natürlich ordentlich zu buche. Großen Gärtnereien bzw. Menschen mit größeren Projekten empfehle ich daher, die Eigenbeschaffung von Leuchtstoffröhren, LED’s oder auch Natriumdampflampen. Ich bin mir sicher, dass man mit etwas handwerklichem Geschick auch als Kleingärtner seine eigene Anzuchtstation aufbauen könnte, und das, zu einem wesentlich geringeren Preis. Den bequemeren Menschen (wie mir selber) empfehle ich allerdings zur Vorzucht seiner Pflanzen diese Anzuchtstationen von Pötschke, da auch der Aufbau sehr einfach ist. Vielleicht werde ich dazu in Zukunft nocheinmal ein Youtube-Review hochladen.

Abschießende Worte

Am Abschluss möchte ich erwähnen, dass es eigentlich egal ist, von welcher Marke bzw. Firma man seine Lichter nutzt. Es ist wichtig, dass die Pflanzen nicht spargeln bzw. vergeilen. Dies muss man mit allen mitteln Verhindern, zum Beispiel in dem man einfach mehr Licht auf die Pflanzen gibt und auch die Dauer der Belichtung erhöht. So ist eine Vorzucht unter dem Kunstlicht einer Leuchtstoffröhre mit einer Belichtungsdauer von ca. 16 Stunden ideal, um ein gesundes Wachstum seiner Jungpflanzen zu erzielen.

Man sollte trotz Kunstlicht versuchen, die vorzuziehenden Pflanzen so hell wie möglich zu stellen. Wenn möglich sollte man auch die Pflanzen zwecks Abhärtung und allgemein besserem Licht so oft es geht bei frostfreien Temperaturen raus in die Sonne stellen. Das spart zudem noch Strom 🙂

 

Kategorien
Sorten und Saatgut

Saatgut online kaufen: Geheimtipps mit tollen kleinen Anbietern

Augen auf, beim Saatgutkauf! Liste potentieller Anbieter von alten Sorten und ökologischem Saatgut.

Im heutigen Artikel möchte ich mich mit dem Thema Saatgutkauf befassen und einige potentielle Bezugsquellen für altes und biologisches Saatgut auflisten. Vorneweg: Ich mag den Begriff „Bio“ nicht, es versteht sich von selbst, dass ich bei der Auflistung darauf achte, dass die Händler frei von Gentechnik sind. Die meisten der von mir vorgestellten Bezugsquellen sind Gärtner, die Saatgut in ihrem heimischen Garten ökologisch und naturgerecht vermehren und sich der Arche Noah angeschlossen haben (für den Erhalt alter Sorten)

Für die nachfolgend gelisteten Seiten übernehme ich keine Verantwortung und Garantie. Jeder muss sich selbst überlegen, wo er Saatgut bestellt. Nachfolgendes ist lediglich ein Erfahrungsbericht von mir.

1. Was gibt es beim Saatgutkauf zu beachten?

Wenn man selber Saatgutvermehrung betreiben möchte, sollte man darauf achten, keine F1-Hybriden zu kaufen. In diesem Artikel habe ich erörtert, warum. Außerdem sollte man kein altes und abgelagertes Saatgut kaufen. Es gibt zwar bestimmte Arten, die sehr lange keimfähig sind (Tomaten teilweise bis zu 10 Jahren), allerdings gibt es auch Arten, die nach einem Jahr schon enorm an Keimfähigkeit einbüßen.

Wenn man Saatgut aus dem Baumarkt bezieht (was ich für überflüssig erachte, in Anbetracht der „kleinen“ Saatgutlieferanten in privater Hand), sollte man drauf achten, dass das Saatgut nicht unbedingt voller Sonne ausgesetzt ist, denn UV-Strahlung zerstört die Keimfähigkeit.

 2. Wo kann ich gutes Saatgut kaufen?

Es gibt eine Reihe von privaten und kommernziellen Saatgutanbietern, auf die ich im folgenden Eingehen möchte.

Vorneweg:  Ich bemühe mich, die Liste sauber und frei von Schund zu halten. Dennoch kann ich keine Garantie für die Onlineanbieter übernehmen und garantiere auch nicht, dass diese Angaben hier noch aktuell sind. Dennoch bin ich bemüht, stets zu aktualisieren.

Außerdem sind nicht alle von mir aufgelistete Anbieter zertifizierte Bio-Öko-Fairtrade und sonstiges- Produzenten. Ich persönlich halte das eh für Schwachsinn, sich ein teures Siegel zu kaufen. Viele von ihnen produzieren schon ökologisch und nachhaltig! Für eine „Bio“-Qualität kann ich jedoch nicht garantieren.Meine Uroma hat mehr als 80 Jahre Obst und Gemüße in ihrem Garten mit Hasenmist und guter Erde produziert. Sie ist fast 100 Jahre alt geworden, und das ganz ohne irgendwelche Biosiegel, und hat nebenbei noch eine Familie versorgt…

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

1. Tomaten und Anderes von Helmut Pummer

Wichtig: Leider hat Herr Pummer seinen tomatenundanderes-Shop aus Altersgründen aufgegeben und keinen Nachfolger gefunden. Als Bestellmöglichkeit für gute und günstige Tomatensamen empfehlen wir Herr Manfred Hahm.

Helmut Pummer bietet wohl mit die größte Auswahl an Tomaten, Chilis und Paprikas, wie man sie schwer woanders bekommen könnte. Er gewinnt die Samen meist selber, hat aber auch Saatgut von Gerhardt Bohl und Reinsaat im Angebot. Die Portionen sind reichlich befüllt, auch wenn auf der Tüte „15 Samen“ steht, befanden sich in meinen Bestellungen meist mehr. Schöne Sortierung nach z.B. alten Tomatensorten, blauen Tomaten, grünen Tomaten, gestreifte und bunte Tomaten. Auch sehr günstige Samenpakete für Einsteiger werden angeboten. Auch gibt es bei Helmut Pummer meist eine Zugabe zur Bestellung gratis dazu. Man darf sich also überraschen lassen.

Kosten pro Portion: ca. 1,50€. Bestellung möglich über den Onlineshop. Auch das Gartentagebuch ist sehr empfehlenswert. In der Tomatenparade erhält man viele Informationen über Tomaten, vor allem über alte Tomatensorten.

Erreichbar unter http://tomatenundanderes.eu/

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

2. Privates Samenarchiv von Manfred Hahm

Manfred Hahm bietet ebenfalls eine große Auswahl verschiedener Sorten und Arten zu sehr günstigen Preisen.

Kosten pro Portion: ca. 0,60€. Eine Email ist angegeben. Weitere Anweisungen über die Bestellmodalitäten kann man sich dort erfragen. Hat auch alte und Historische (Tomaten)-Sorten.

Herr Hahm ist Rentner und züchtet in seinem großen Garten allerlei interessante Gewächse. Zudem sind auch Weinreben über ihn erhältlich.

Erreichbar unter http://tomaten.bplaced.net/tomatenhahm.html

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

3. Monika Gehlsen

Bei Monika Gehlsen gibt es eine breit gefächerte Auswahl verschiedenen Saatgutes aus ihrem eigenen Garten. Bietet auch Saatgut von alten und historischen Sorten an.

Kosten pro Portion: ca. 1€. Bestellung erfolgt per Brief.

Erreichbar unter http://www.monika-gehlsen.de/

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

4. Privates Samenarchiv von Gerhardt Bohl

Das Samenarchiv befindet sich momentan in der Umstrukturierungsphase. Bitte sehen Sie aktuell von Bestellungen ab. Sobald wir mehr Informationen haben, werden wir diese hier bekannt geben.

Über meine positive Erfahrungen beim Samenarchiv von Gerhadt Bohl habe ich in diesem Artikel schon geschrieben. Gigantische Auswahl an verschiedensten Arten und Sorten (Tomaten, Chilis, Auberginen, Gurken, Zucchini, Blumenkohl, Kohlrabi, verschiedene Blumen und Kräuter, Duftpflanzen, Bohnen, Erbsen und vieles vieles mehr.)

Alleine schon mehr als 3000 Tomatensorten und über 700 verschiedene Bohnensorten. Absoluter Wahnsinn! Saatgut auch  von sehr vielen alten Sorten bzw. vom Aussterben bedrohte Pflanzen.

Kosten pro Portion: ca. 1,00€. Keine Bestellung über Email oder online möglich. Vor dem Bestellen muss das Sortenbuch für 5€ auf CD per Brief an

Addresse auf Wunsch entfernt. Bitte sehen Sie momentan von einer Bestellung ab. Aktuelles wird zeitnah bekannt gegeben.

bestellt werden, damit man einen Überblick über die Auswahl erhält. (Die 5€ legt man in einen Umschlag und sendet ihm diesen zu). Man sollte unbedingt beachten, nicht zur Hauptbestellsaison im Frühjahr zu bestellen, sondern möglichst noch im Spätherbst.

Keine Internetpräsenz vorhanden.

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

5. Paradiesbau

Wichtig: Leider ist Paradiesbau über die Internetseite wohl nicht mehr erreichbar. Was aus der Stiftung geworden ist, lässt sich für mich nicht recherchieren. Falls jemand Informationen besitzt, so würde ich mich über eine Rückmeldung freuen.

Paradiesbau ist eine gemeinnützige Stiftung, dessen Stifter der Gärtner Winfried Herr als Gläubiger und naturverbundener Mensch den Zweck dieser Stiftung festlegte. Der Zweck der Stiftung auf Erden ist der Schutz der Natur, insbesondere die Wiederherstellung der früheren natürlichen Zustände auf Erden. Der Stiftungszweck wird vor Allem durch Aufzucht und Anpflanzung von (alten) Bäumen aller Art verwirklicht, vorzugsweise durch die Aufzucht und Anpflanzung hochwachsender Bäume, wie dem Mammutbaum, der Douglasie, dem Königs-Eukalyptus, etc.

Die Stiftung Paradiesbau betreibt also die Anzucht von Bäumen, die dann in Form von Setzlingen kostenlos den Interessenten überlassen werden.

Letztes Jahr habe ich meine Bestellung bei Paradiesbau aufgegeben und vor 3 Wochen kam die Email, dass meine Bäume bald geliefert werden. Ich bin gespannt, welche Baumwünsche von mir in der Bestellung berücksichtigt wurden und werde dann, sobald die Bäume da sind (ich habe mir ganz viele alte Baumsorten bestellt), wieder berichten.

Keine Kosten. Formlose Beantragung von Bäumen aller Art. Allerdings hat man keine Garantie drauf, dass jeder Wunsch auch geliefert werden (kann).

http://paradiesbau.bplaced.net/

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

6. European Giant Vegetable Growers Association (EGVGA)

Wer auf riesige Kürbisse und extrem dicke Zwiebeln steht, der ist bei den European Giant Vegetable Growers richtig. Man kann eine Mitgliedschaft für 21€ beantragen und bekommt (wenn man es rechtzeitig macht, genauere Infos auf der Homepage) ein extrem vielseitiges Paket zugeschickt mit Saatgut von Rekordgewinnern aus Europa, beispielsweise von Riesenkarotten, buntem Riesenmais, Riesensonnenblumen und Riesenkürbissen. Es ist ein Fest, den Umschlag von EGVGA zu öffnen und vorher nicht zu wissen, welche Samen dort mitgeschickt werden. Besonders gefreut habe ich mich dieses Jahr über den Riesenmais Olotillo Tuxpeno oder auch Kürbisse mit teilweise über 400 Kilogramm Gewicht. Mein Paket hat dieses Jahr an die 50 verschiedenen Samentütchen von den verschiedensten Herstellern enthalten. Für nächstes Jahr werde ich wohl wieder eine Mitgliedschaft bei EGVGA beantragen.

Kosten ca. 21€ pro Mitgliedschaft

http://www.egvga.eu/

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

7. Angebotsliste Landsmann

Große Auswahl an Saatgut (vor allem Tomaten, aber auch vieles Andere) und Knollen (z.B. Erdmandel, Yacon, Glückskleerübchen etc.)

Kosten pro Portion: ca. 1€ – 1,50€ für Saatgut, Knollen kosten etwas mehr. Bestellung telefonisch oder über Briefverkehr möglich. Bestellmodalitäten befinden sich am Ende der Seite.

http://www.d-landsmann.de/Angebotsliste.html

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

8. Andis Samenshop

Große Auswahl an Samen von Gemüße und Blumen, sehr schön bebildert. Alte Sorten mit schöner Beschreibung. Sehr ansehnlich.

Kosten pro Portion: ca. 1,50€. Bestellung per Email möglich.

http://www.tomatensamen.at/index.html

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

9. BohnenundMehr und ErdbeerenundAnderes

Familie Imhof verkauft auf ihren beiden Internetauftritten (erdbeerenundanderes und bohnenundmehr) sowohl alte Erdbeersorten und Pfefferminzpflanzen, als auch Saatgut für alte Bohnensorten und anderes Gemüßearten. Welche Pflanzen zum Verkauf stehen, ist jedes Jahr anders. Daher lohnt es sich, ein aktuellen Blick auf die beiden Internetseiten zu haben.

Kosten pro Portion: 1€ (Saatgut), 1,50€ Pflanze. Bestellung erfolgt über Kontaktanfrage, Email und/oder Anruf per Telefon.

http://bohnenundmehr.de.tl/Home.htm

http://erdbeerenundanderes.de.tl/

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

10. Sandras Homepage

Frau Sandra Erlacher gibt Saatgut aus ihrem Garten ab. Sehr interessante Sorten. Auch interessante Geschenkideen für Pflanzenfreunde.

Kosten pro Portion: ca. 1,50€. Über „Kontakt“ kommt man zum Bestellformular.

www.garten-raritäten.de

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

11. VEN – Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt

Verein besteht aus einzelnen Sortenpflegern und Erhaltern, deren Samenangebot jährlich in der zentralen Geschäftsstelle zusammengefasst wird. Danach erscheint eine Saatgutliste in einem über 250 Seiten großen Druckwerk. Die Weitergabe des Saatgutes erfolgt per Tausch unter den Erhalten oder Weitergabe an Interessenten.

Kosten pro Portion: ca. 2,00€ (aus Hausgärten) und ca. 2,50€ für Bio-zertifizierte Betriebe. Man kann den Erhaltern über die Plattform direkt eine Nachricht zukommen lassen.

http://www.nutzpflanzenvielfalt.de/

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

12. Raritätengärtnerei Manfred Hans

Interessante Auswahl an alten Sorten, z.B. Tomaten oder auch viele Freilandmelonen. Manfred Hans bietet ein Sortiment, dass in Hinblick auf Exotik seines Gleichen sucht. Von der mexikanischen Minigurke hin zur persischen Feige – perfekt für Unentschlossene zum Stöbern. Bietet neben Saatgut von alten Sorten auch Pflanzen an. Des weiteren wird etwas mehr Saatgut geliefert als bestellt – man kann sich also überraschen lassen.

Kosten pro Portion: ca. 3€. Bestellung über Onlineshop möglich.

https://www.manfredhans.de/

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

13. Native Seeds/Search

Native Seeds ist eine amerikanische non-Profit-Organisation aus Arizona mit dem Ziel, altes und durch den Biodiversitätsschwund vom Aussterben bedrohtes Saatgut zu sammeln und zu vermehren. Im Onlineshop finden sich viele exotische Sorten, darunter zum Beispiel blauer oder bunter Mais und andere sehr seltene und exotische Sorten. Einige Sorten sind allerdings nur für Mitglieder verfügbar. Diese ist aber nur bei sehr wenigen Sorten so, daher kann man auch ohne Mitgliedschaft eine riesige Vielfalt erhalten. Alte Sorten.

Kosten ca. 3$ pro Samenpackung, Bestellung über Onlineshop

http://nativeseeds.org/

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

14. Samenfest

Bei Samenfest gibt es ebenfalls eine große Auswahl an „Samenfesten“ Sorten. Anbau von Biosamen bzw. biologischem Saatgut. Auch viele alte Sorten.

Kosten ca. 3$ je nach Preisgruppe, Bestellung über Email.

https://samenfest.de/

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

15. Arche Noah

Verein zur Erhaltung alter Nutzpflanzen, vielfältige Auswahl. Hauptsitz in Österreich. Hat sehr viele Mitglieder. Mitgliedschaft empfehlenswert.

Kosten pro Portion: ca. 2-4€. Bestellung über Onlineshop möglich.

http://shop.arche-noah.at/index.php/

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

16. Semillas

Riesiges Samenangebot mit verschiedensten Chilisorten (Capsicum annuum, Capsicum baccatum, Capsinum chinense, Capsicum pubescens) von Dr. Peter Merle. Sitz in Spanien, Versand natürlich nach Deutschland möglich. Auch andere Samen wie Tabak oder Blumen.

Kosten pro Portion: 1,50€. Bestellung erfolgt im Onlineshop. Achtung: Der Shop benutzt Sessions und keine Cookies. Das heißt, man sollte nur den „zurück-Button“ auf der Website nutzen und nicht den „zurück-Button“ des Browsers, da ansonsten der Warenkorb zurückgesetzt wird. Eine Erklärung zum Bestellvorgang auf Semiolias von Peter Merle findet sich hier.

http://www.semillas.de/

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

17. Naturgartensamen aus Leipzig

Janet Glausch bietet Samen und Saatgut von wilden Gewürzkräutern, Wildgemüse, alten Gemüsesorten, Heil- und Küchenkräutern, wilden Blumen und Bauerngartenpflanzen an, die sie in ihrem Garten selbst geerntet hat. Selbstverständlich keine F1-Hybriden, sondern nur Samenechtes Saatgut. Die Saatgutboxen sind empfehlenswert, diese sehen sehr liebevoll gestaltet aus und sind eventuell auch ein tolles Geschenk. Außerdem hat sie wirklich eine sehr exotische Auswahl an alten Sorten, die man sonst nur schwer oder garnicht bekommt.

Kosten pro Portion: ca. 2€. Bestellung über Onlineshop möglich.

http://de.dawanda.com/shop/naturgarten-samen-aus-leipzig

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

18. Dreschflegel GbR

Die Dreschflegel GbR ist ein Zusammenschluss kontrolliert ökologisch wirtschaftender Betriebe zur Saatgutvermehrung, Züchtung und Vermarktung im Onlineshop. Die Gemeinschaft besteht aus 14 Biohöfen in verschiedensten Gegenden Deutschlands mit gemeinsamer Vermarktung durch den Dreschflegl Versand. Saatgut sortierbar nach Erzeuger.

Kosten pro Portion: ca. 2-4€. Bestellung über Onlineshop möglich.

http://www.dreschflegel-shop.de/

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

19. Himmlische Saaten

Peter und Peggy bearbeiten ihren Garten mit viel Herzblut. Ich kenne Peter über Selbstversorgergruppen auf Facebook schon seit langem, und kann sagen, dass er wirklich kompetent ist, was das gärtnerische Wissen und Know-How angeht. Die Samenraritäten die ich von ihm früher über einen Saatguttausch bekommen habe, waren frisch und von höchster Qualität. Ein sehr interessanter Shop, der wärmstens zu empfehlen ist.

Kosten pro Portion: ca. 2,50€

https://himmlischesaaten.jimdo.com/saatgut-shop/

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

Es gibt so viele Händler in privater Hand, die altes Saatgut und alte Sorten produzieren. Warum also immer bei den „großen“ kaufen? Es geht auch anders.

Keimfähigkeit von Saatgut prüfen.
Keimfähigkeit von Saatgut prüfen. Quelle: www.uropas-bauerngarten.de

In diesem Artikel ist ein einfacher Apparat aus Wolllappen beschrieben, um einen Keimtest bei gekauftem Saatgut durchzuführen:

https://uropas-bauerngarten.de/keimfaehigkeit-der-samen-der-keimtest/

Bei weiteren Vorschlägen, bitte einfach Kommentieren. Hauptsächlich Händler mit alten Sorten und historischem Saatgut sind besonders interessant.

Kategorien
Sorten und Saatgut

F1 Hybridsaatgut

Februar – die ersten Sonnenstrahlen scheinen einem auf’s Gesicht und die meisten Menschen bekommen langsam Torschusspanik, wenn es um das Vorziehen von Pflanzen für den heimischen Garten geht. Also schnell in den Baumarkt gefahren und noch ein paar Samen besorgt – oder, warum nicht einfach die Samen aus der Gurke oder Paprika aus dem Supermarkt gewinnen? Wir erklären das berühmtberüchtigte Phänomen der F1 Hybriden und was Sie bei der Saatgutbesorgung beachten sollten.

[Kurztipp]

Allen Gartenfreunden, die sich mehr mit der Thematik „Eigenes Saatgut herstellen bzw. Saatgut züchten“ beschäftigen wollen, sei der Artikel von Gartenbauunternehmer Johannes Böttner aus dem Jahre 1899 ans Herz gelegt. Hier beschreibt er die Vor- und Nachteile von eigenem Saatgut. Ein sehr lesenswerterter Artikel:

https://uropas-bauerngarten.de/die-samenzucht/

[Kurzfassung]

– Wenn wir gekaufte F1-Hybridsamen aussäen, dann wachsen die Pflanzen ganz normal und die Früchte der Pflanze sind so, wie auf dem Bild der Samenpackung versprochen. F1-Hybriden sind auch nicht giftig oder gentechnisch verändert. (Gentechnisch verändertes Saatgut ist in Deutschland (noch) verboten.)

– Wenn wir allerdings von den Pflanzen aus den F1 Samen Saatgut gewinnen und im nächsten Jahr aussäen möchten, kann es passieren, dass ganz andere Pflanzen entstehen, wie auf dem Bild der Saatgutpackung, denn F1-Samen sind nicht sortenecht. Beispielsweise bekommen wir dann keine gelbe große Zucchini mehr (wie die auf der Samenpackung), sondern eine kleine grüne.

– Wer jedes Jahr neues Saatgut kaufen will, der ist mit F1-Hybriden gut beraten. Wer allerdings selber Saatgut gewinnen und eigene Pflanzen aussäen will, ganz ohne Samen zu kaufen, sollte keine F1-Hybriden kaufen sondern sich nach sortenechten, alten Sorten umschauen. Artikel: Saatgut online kaufen

– Auch sollte man vermeiden, aus Supermarkt Obst- und Gemüße Samen zu gewinnen und diese auszusäen, denn meistens handelt es sich bei dem Supermarkt Obst- und Gemüße auch um F1-Hybriden. Zudem werden noch noch einige Lebensmittel bestrahlt um Keime abzutöten, was dazu führt, dass die Samen auch entsprechend geschädigt werden. Spontan fallen mir da Pflanzen aus Litschisamen ein, die erst eine Zeit lang wachsen und am Ende einfach absterben. „Offiziell“ dürfen in Deutschland bisher nur getrocknete Kräuter und Gewürze bestrahlt werden, aber wer weiß, welche Dinge man im Ausland praktiziert…


[Langfassung]

Was versteht man überhaupt unter F1-Hybriden?

Ein F1 Hybride ist im Prinzip nicht schlechtes. Der Zusatz F1 verrät nur, dass es sich bei dem gekauften Saatgut um eine Kreuzung aus 2 verschiedenen Sorten von Pflanzen handelt.

Ein folgendes Beispiel soll den Sachverhalt „einfach“ erklären. Es ist bewusst „einfach“ gehalten und auf verschiedene wissenschaftliche Faktoren wie Dominanz oder Rezessivität wird aus den Gründen der Einfachheit verzichtet.

Beispiel:

Wir möchten eine neue Tomatensorte „kreieren“, die rot ist und nach Mandarine schmeckt. In vielen Versuchen haben wir 2 sortenechte Eltern-Sorten herausgefunden, die wir miteinander kreuzen können, um genau diese Tomatensorte zu erhalten.

Wir kreuzen in diesem Beispiel nun eine rote Tomate mit süßlichem Geschmack mit einer gelben Tomate mit mandarinigem Geschmack. Die nun entstehenden Tomatensamen kann man sammeln und im nächsten Jahr aussäen.

Nachdem wir diese Samen angesät haben, erhalten wir Pflanzen, die prächtig wachsen und gedeihen. Im Spätsommer führen wir dann erste Geschmackstests durch und stellen fest, dass uns die Erschaffung einer roten Tomate mit Mandarinengeschmack gelungen ist. Dies ist also jetzt unser F1-Hybrid. Wir nennen die neue Tomatensorte Mandarina.

Genau so wie wir zum Beispiel von unserem Vater die Nase oder von unserer Mutter die Ohren geerbt haben, verhält es sich auch bei den Pflanzen. Jede Elternpflanze gibt bestimmte Merkmale an ihre Nachkommen weiter. In unserem Fall ging das Merkmal für die rote Farbe von der Mutter, und das Merkmal von dem Mandarinengeschmack vom Vater auf die neue Kinder-Tomate Mandarina über.

Nun weiter im Text:

Jetzt haben wir unsere „neue“ Tomatensorte Mandarina in der F1-Generation. Da wir diese Sorte nächstes Jahr wieder haben möchten, gewinnen wir aus unserer neuen Sorte im Herbst Saatgut. Nun säen wir die neu gewonnenen Samen von „Mandarina“. Bei den Pflanzen die jetzt erwachen handelt es sich um die F2-Generation. Doch plötzlich, wenn die Tomaten reif sind, das böse Erwachen: Wir haben keine rote Tomate mehr mit Mandarinengeschmack. Laut den Mendelschen Regeln spalten sich die Individuen in der F2-Generation nämlich wieder auf. Unsere neue Sorte ist also nicht sortenecht. Wenn wir jetzt akribische Auslese betreiben würden und die Nachkommen dann immer und immer wieder kreuzen, kann es uns gelingen, eine samenechte Sorte zu zeugen, die dann auch immer die gleichen Tomaten hervorbringt. Wir stabilisieren also die Samen. Saatguthersteller haben allerdings kein Interesse an samenechten Sorten. Oftmals werden für die F1-Hybriden auch zwei verschiedene Inzuchtlinien miteinander gekreuzt, um den Heterosiseffekt zu nutzen (höherer Ertrag, besseres Wachstum und Gesundheit etc.).

Fazit:

Wenn wir F1-Hybriden Saatgut kaufen und dieses aussäen, dann wird die Pflanze sicherlich so, wie auf dem Bild beschrieben. Allerdings passiert es in der darauffolgenden Generation, dass sich unsere Pflanzen wieder aufspalten. (Gemäß Mendelscher Regel Nummer 2). Es ist also sehr unwahrscheinlich, eine sortenechte Sorten aus F1-Hybridsaatgut zu vermehren.

Es gibt im Internet so viele versender von altem, stabilen Saatgut.

Ein Tipp noch am Ende: Erkundigen Sie sich bei Ihnen lokal und regional, welche Sorten die „alten Leutchen“ noch anbauen. Sie werden überrascht sein – manchmal baut jemand noch die Sorten an, die einst schon der Ur-Ur-Großvater auf diesem Land pflanzte. Solche Sorten sind dann in der Regel an das regionale Klima angepasst, dass durchaus auch innerhalb von Deutschland sehr variieren kann (Küsten, Berglagen, Talauen usw.)

Kategorien
Konservieren, Kochen und Genießen

Dörrobst- und Gemüße

Dörren mit einem elektrischen Dörrgerät

 

Hoch gestapelt: Es muss möglich sein, das Dörrgerät mit zusätzlichen Sieben zu ergänzen, um möglichst viel produzieren zu können. Zu sehen: Dörrgerät mit 12 Sieben.
Hoch gestapelt: Es muss möglich sein, das Dörrgerät mit zusätzlichen Sieben zu ergänzen, um möglichst viel produzieren zu können. Zu sehen: Dörrgerät mit 12 Sieben.

1. Das elektrische Dörrgerät

Das elektrische Dörrgerät bzw. die Dörrmaschine ist wohl die teuerste Anschaffung in diesem Projekt, und will natürlich dementsprechend auch gut überlegt sein.

Wichtig bei der Anschaffung sind folgende Punkte:

  • Das Dörrgerät sollte mindestens eine Temperatur von 60 Grad erreichen können
  • Weiterhin sollte die Temperatur möglichst stufenlos regelbar sein
  • Ein eingebauter Timer kann einem so manchen überflüssigen Arbeitsschritt ersparen
  • Wichtig ist auch, dass das Dörrgerät beliebig erweiterbar ist (z.B. sollte der Kauf von zusätzlichen Sieben und Erweiterungen möglich sein)

Wir benutzen noch ein altes Dörrgerät. Genauer gesagt den Enzidri Snackmaker FD 500. Diesen haben wir samt entsprechenden Sieben vor einigen Jahren in Tschechien gekauft.

Wer wirklich plant, ernsthaft Selbstversorgung mit Dörrfrüchten zu betreiben, dem empfehlen wir folgende beiden Firmen:

  • Dörrgeräte von Enzidri (da gibt es auch mittlerweile neuere und bessere Modelle)
  • Stöckli Dörrgerät

Sowohl bei Enzidri als auch bei Stöckli ist es möglich, noch Erweiterungen, wie etwa ein zusätzliches Dörrgitter oder auch ein Dörrblech (zum Trocknen von Kräutern) zu erwerben. Allerdings sind diese beiden Geräte auch nicht ganz billig. 200€-300€ sollte man mit gutem Dörrgerät und entsprechend ausreichenden Sieben schon einplanen. Vielleicht eine gute Investition für Weihnachten?

Wer ein bisschen spielen möchte, der ist auch gut mit einem günstigeren Dörrgerät, wie etwa einem von Severin für 40€ gut beraten. Allerdings kann man hier nicht die Mengen produzieren, die bei einem professionelleren Gerät möglich sind.

Generell sollte man beim Kauf des Dörrgerätes auch auf die Wattzahl achten: Eine Dörrmaschine unter 600 Watt Leistung würde ich persönlich nicht kaufen. Bei einem 250 Watt Dörrgerät ist schon von vorne rein klar, dass dieses garnicht viel leisten kann. Eventuell für kleinere Chargen oder um auszuprobieren eignen sich diese Geräte gut. Doch wenn man wirklich in größeren Mengen produzieren möchte, sollte man auch ein entsprechend Leistungsfähiges Dörrgerät anschaffen.

Am Ende sei nochmal der Hinweis gegeben, dass man beim Kauf eines ordentlichen Dörrapparates auf keinen Fall sparen sollte. Solch ein Gerät ist in der Regel eine Investition, die man nur einmal begeht. Lieber am Anfang einen hohen Preis gezahlt und dafür auch eine entsprechend lange Haltbarkeit erhalten, als mehrfach zu Billigprodukten greifen zu müssen.

 

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

2. Auswahl geeigneter Lebensmittel für das Dörren

Natürlich sollte man wissen, welche Früchte im Überschuss vorhanden sind und konserviert werden sollen. Generell kann man sagen, dass sich alle Früchte (sowohl Obst und Gemüße) eignen, in so fern sie nicht eine zu dicke Schale haben. Die „normalen“ Früchte, die im Garten wachsen, sollten theoretisch alle dörrbar sein.

Eigene Versuche sind gemacht worden mit:

Obst:

  • Heidelbeeren bzw. Blaubeeren
  • Äpfel
  • Birnen
  • Johannisbeeren
  • Himbeeren
  • Brombeeren
  • Zwetschgen
  • Mirabellen
  • Aprikosen und Pfirsiche
  • Weintrauben
  • usw.

Gemüse:

  • Zuccini
  • Tomaten
  • Kohlrabi
  • Sellerie
  • Chillies
  • verschiedene Kräuter (Bärlauch, Rosmarin, Thymian, Salbei, Minze, Oregano, Basilikum, Estragon…) Hier sollte man aber beachten, dass das Dörrgerät ein dünnmaschiges Sieb hat.

Pilze:

  • Rotkappen
  • Steinpilze
  • Birkenpilze
  • Champignons
  • Pfifferlinge

Fleisch:

  • einmarinierter Schinken

 

Die Früchte brauchen natürlich unterschiedliche Dörrzeiten und Dörrtemperaturen. Generell kann man sagen: Desto dicker wie Wand bzw. Hülle der Frucht, desto länger muss sie dörren. Beispielsweiße musste ich die Johannisbeeren 3 mal so lange dörren wie meine Apfelchips.

Bei der Auswahl geeigneter Lebensmittel zum Dörren sind keine Grenzen gesetzt. Man sollte immer probieren und dann entscheiden, welche Dörrzeit und Temperatur man am besten findet.

Ein Hinweis am Ende: Bei den meisten Dörrgeräten werden die untersten Siebe heißer als die obersten Siebe. Daher empfiehlt es sich, nach einiger Zeit die Siebe mal komplett zu tauschen.

 

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

3. Vorbereitung der Lebensmittel für den Dörrautomaten

Generell sollte man keine feuchten Lebensmittel, wie z.B. nasse Johannisbeeren nach dem Regen verwenden, da diese beim Trocknen zusätzliche Energie verschlingen.

Auch kann es empfehlenswert sein, einige Früchte anzuschneiden. Chillischoten beispielsweise haben eine sehr dicke und ledrige Wand. Wenn man diese an einer Seite aufschneidet, kann man den Dörrprozess schon erheblich beschleunigen.

Es gilt folgende Regel: Je dünner die Fruchtwand und je größer die äußere Oberfläche, die der Luftstrom erfasst, desto schneller wird das Obst trocken. Daher empfiehlt es sich z.B., einen Apfel vorher in möglichst dünne Scheiben zu schneiden. Ein ideales Hilfsmittel hierbei ist die Brotschneidemaschine. (Siehe auch Rezept für Apfel und Birnenchips mit Zimtcreme)

 

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

4. Haltbarkeit und Lagerung von gedörrten Lebensmitteln

Getrocknete oder gedörrte Lebensmittel sollte man auf jeden Fall möglichst luftdicht lagern. Sobald Luftfeuchte an die gedörrten Früchte kommt, kann es passieren, dass diese ihre Knusprigkeit verlieren. Außerdem werden sie so schneller schlecht und verderben.

Geeignet für die Lagerung ist z.B. ein Einmachglas oder eine Plastikbox mit luftdichtem Verschluss. Plastikbeutel mit Zip-Verschluss eignen sich ebenfalls. Dies sollte man dann an einer dunklen Stelle im kalten Keller lagern.

Eine genaue Angabe zur Haltbarkeit dieser Lebensmittel lässt sich nur schlecht machen. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass gedörrte Lebensmittel sehr lange haltbar sind. Dies ist jedoch abhängig vom Trocknungsgrad. Normalerweise gilt: je trockener, desto länger haltbar sind sie.

 

[separator size=“size1px“ style=“solid“ color=“brown“]

5. Kosten-Nutzen-Rechnung // Ein Beispiel

Ein kleiner Zwischenbericht aus 2014. Dort wurden Apfel- und Birnenchips produziert.

Eingesetzte Menge: ca. 12 große Äpfel und Birnen
Scheibendicke: ca. 2-3 mm
Dauer bis Fertigstellung: ca. 12 Stunden
Stromverbrauch pro Stunde: ca. 500 Watt (Es war recht warm draußen. Ansonsten hätte das Gerät mehr verbraucht)
Strompreis pro Kw/H: ca. 30 Cent
Rechnung: 12 Stunden * 500 Watt = 6 Kilowatt
6 Kilowatt mal 0,30€ sind 1,80€ für ca. 200 Gramm Apfel- und Birnenchips.
Bei günstigen Apfelchips zahlt man schon über 3€ pro 100 Gramm. Wenn man Bioqualität möchte (wie bei den Selbstgemachten) darf man das doppelte am Preis rechnen.

Getrocknete Birnenchips
Getrocknete Birnenchips

Lecker war es auf jeden Fall. Das Herstellen von Dörrobst ist wenigstens mal eine sinnvolle Variante, um sein Obst und Gemüße in sehr ertragreichen Jahren nicht wegwerfen zu müssen.
Ein Rezept für leckere Apfelchips mit Zimtcreme findest du hier (link)
Kategorien
Anbau und Vorzucht

Geilwuchs bei Pflanzen

Vielen, vorallem neue Hobbygärtner wundern sich jedes Jahr, warum ihre aus Samen selbstgezogenen Setzlinge plötzlich damit anfangen, sehr stark in die Länge nach oben zu wachsen, und im schlimmsten Fall dann irgendwann umknicken. Dieses Phänomen nennt man auch Geilwuchs oder Vergeilen.

Nein, das hat in diesem Sinne nichts mit „Geilheit – Boa sind die Pflanzen geil“ zu tun. In diesem Fall meint man mit Vergeilung das Phänomen bei Pflanzen, extrem in die Höhe zu schießen. (Siehe Bild).

Doch warum passiert es, dass die Pflanzen vergeilen?
[separator size=“size3px“ style=“solid“ color=“brown“]

Eine kurze Erklärung:

Hauptursache beim Geilwachstum von Pflanzen ist die große Differenz zwischen der vorhandenen Wärme und dem Licht. Gerade in den Wintermonaten ist es bei uns im Haus am Fenster viel zu warm, und es kommt viel zu wenig Licht zur Pflanze. Daher wächst die Pflanze sehr stark nach oben (hin zur Sonne bzw. zum Licht), um an möglichst viel Licht zu kommen. Dabei bildet sie jedoch keine dicken Stängel oder Wurzel. Folge: Sie knickt irgendwann um und stirbt ab. Sie verhungert förmlich.

Tipps gegen das Geilwachstum von Pflanzen findet man unten in diesem Beitrag.

[separator size=“size3px“ style=“solid“ color=“brown“]

 

 

Eine ausführliche Erklärung:

Um den Prozess der Vergeilung zu verstehen, muss man sich zuerst in die Pflanze hineinversetzen und die Frage klären, was die Pflanze überhaupt zum Leben braucht. Die Bedürfnisse der Pflanze sind wie bei uns Menschen auch sehr vielfältig. Unter Anderem benötigt sie Licht, Wasser, Wärme, CO2, Sauerstoff und Mineralstoffe. Gerade von dem Licht können manche von ihnen nie genug haben, denn Licht ist für die Pflanze lebenswichtig, um Photosynthese betreiben zu können und um dadurch Kohlehydrate zu erzeugen.

Jetzt ist es so, dass gerade in den Winter und Frühlingsmonaten sehr wenig Licht zur Verfügung steht. Theoretisch ist dies für die Pflanzen draußen, die an unser Klima angepasst sind und natürlich wachsen, auch absolut kein Problem, da es zu dem wenigen Licht in den Winter und Frühlingsmonaten auch noch recht kalt ist. Durch die Kälte weiß die Pflanze, dass es jetzt noch nicht der richtige Zeitpunkt zum Keimen ist. Würde die Pflanze bei dieser kälte jetzt keimen, wäre das ihr sicherer Tod. So wartet die Pflanze nun auf den richtigen Keimzeitpunkt, bis es wieder wärmer ist.

Die Pflanze weiß also:

Dieses Diagramm ist nicht 100%ig fachlich korrekt. Man kann natürlich das Licht und die Wärme nicht bis ins Unendliche steigern. Aber um zu demonstrieren, wie es in der Natur normalerweise gang und gebe ist, eignet es sich hervorragend. Man hat sehr kalte und dunkle Monate wie den Dezember und dann zum Beispiel wärmere und hellere Monate wie den Mai.

Um dies zu verstehen ist ein kleiner astronomischer Exkurs notwendig: Die Erde besitzt eine Neigung von 23,5 Grad zur Senkrechten. Nun treffen in den kälteren Jahreszeiten die Strahlen in einem schrägeren Winkel auf die Erdoberfläche als in den wärmeren Jahreszeiten. Dadurch legen sie einen weiteren Weg zurück und verlieren an Energie und somit auch an Wärme. Der Winkel hat auch zur Folge, dass es bei uns im Winter zum Beispiel nicht so lange hell ist wie im Sommer. In der warmen Jahreszeit kann man beispielsweise um 9 noch auf dem Balkon sitzen und braucht kein Licht, während das Ende Dezember natürlich undenkbar ist. Desto nördlicher und desto südlicher man vom Äquator kommt, desto extremer ist dieses Verhalten. Wenn man direkt auf dem Äquator steht, merkt man davon praktisch nichts. Tag und Nacht sind gleich lang. Außerdem herrscht eine relativ konstante und warme Temperatur über das gesamte Jahr.

 

Wir wissen also: Desto wärmer es draußen ist, desto mehr Licht gibt es auch. (Wenn man die anderen Faktoren des Klimas wie z.B. Wolkenbildung, Hang und Tallagen usw. nicht beachtet.)

Nun kommt aber der Knackpunk, warum das bei uns nicht so funktioniert, wie wir das oft gerne hätten:
Die Pflanzen sind an die Natur angepasst.. Wir verhalten uns „unnatürlich“, indem wir sie bei uns in den warmen und beheizten Wohnungen vorziehen bzw. wachsen lassen. Bei manchen Pflanzen wie der Tomate ist dies allerdings notwendig, da diese Pflanzen ansonsten in unseren Breitengraden nur sehr schwer ausreifen und Früchte bilden würden, wenn man sie erst zur frostfreien Zeit mitte Mai raussetzt..

Durch die Wärme in unseren Häusern (wir heizen ja auch im Winter kräftig und haben im Durchschnitt 20 Grad) „denkt“ die Pflanze nun, es ist Frühjahr und geht dementsprechend davon aus, dass es jetzt auch wieder mehr Licht geben müsste. Sie keimt also und wächst. Doch plötzlich stellt sie fest: Mensch, sag mal, es ist doch so warm, warum fehlt mir dann Licht? Was ist da los?

Nun gibt es unter den Pflanzen auch eine Art Konkurrenz um das Licht. Die Pflanze, die es als erstes schafft, möglichst schnell möglich hoch zu wachsen und die anderen Pflanzen zu beschatten, hat die beste Überlebenswahrscheinlichkeit. Das ist wie mit dem Essen bei uns Menschen – wer am meisten bekommt, hat die besten Überlebenschancen und wer nichts bekommt, der verhungert.

Die Pflanze fürchtet sich nun sehr, dass sie verhungern muss, weil andere Pflanzen sie überwachsen könnten. Daher schaltet sie in eine Art Notprogramm: Die eigene Gesundheit und Stabilität ist ihr jetzt egal. Normalerweise würde sie jetzt schöne große Blätter anlegen, eine kräftige Wurzel und einen kräftigen Stängel bilden und langsam und stabil nach oben wachsen. Durch diese Angst, dass andere Pflanzen oder Objekte sie überschatten könnten, wächst sie jetzt extrem schnell nach oben (sie versucht damit, die „Gegnerpflanzen“ einzuholen, Ziel ist also, möglichst schnell Richtung Sonne zu kommen, um mehr Licht zu bekommen), bis sie irgendwann umknickt, weil sie alles auf die Höhe gesetzt hat und nichts auf die Stabilität.

Natürlich gibt es bei unserer Pflanze zu Hause keine „Gegnerpflanzen“, allerdings ist der Zusammenhang in ihrer Genetik eingespeichert, dass es durch die vorhandene Wärme auch viel Licht geben müsste.

Der Grund für den Geilwuchs ist also die Differenz zwischen Wärme und Licht. Es herrscht in unseren beheizten Wohnräumen viel zu viel Wärme in Relation zum vorhandenen Licht.

[separator size=“size3px“ style=“solid“ color=“brown“]

 

Tipps gegen Geilwuchs bei Pflanzen:

1. Die eigenen Pflanzen kennen und sich Informationen besorgen.

Jede Pflanze ist in ihrem Wachstum und in ihrer Anatomie anders. Es gibt Pflanzen, die brauchen weniger, dann gibt es Pflanzen, die brauchen mehr Licht. Außerdem hat der Geilwuchs bei verschiedenen Pflanzen verscheidene Auswirkungen. Es gibt Pflanzen, die erholen sich schnell, sobald sie wieder an genug Licht kommen. Dann gibt es natürlich auch Pflanzen, die sich nicht mehr erholen, wenn sie einmal zu hoch gewachsen sind und keine vernünftige Grundlage (Wurzel, dicker Stängel usw.) gebildet haben.

2. Die Temperatur senken

Wenn die Temperatur niedrig ist, arbeiten auch die Enzyme in der Pflanze dementsprechend langsamer (RGT-Regel). Folglich kann die Pflanze bei fehlendem Licht nicht so stark geilen wie bei wärmeren Temperaturen.

3. Für mehr Licht sorgen

Ein guter Standpunkt für Pflanzen in den dunklen Monaten ist meist ein relativ kühler und heller Platz an einem Südfenster. Dies könnte zum Beispiel auf einem unbeheizten Dachboden der Fall sein. Außerdem kann man die Pflanzen zusätzlich mit Kunstlicht beleuchten. Mittlerweile gibt es recht gute LED Pflanzenlampen, die auf das benötigte Farbspektrum unserer grünen Freunde angepasst sind. Funktionieren würde auch die Schreibtisch-Energiesparlampe. Eine Leutstoffröhre ist ebenfalls geeignet – wenn nicht sogar die günstigste Lösung. Man sollte allerdings aufpassen, dass man die Lampe nicht zu dicht an die Pflänzchen bringt, da es je nach Lampentyp direkt darunter sehr heiß werden kann.

Eine Idee für die Vorzucht von Pflanzen (z.B. Chillis und Tomaten) wäre auch eine Art Minigewächshaus mit Beleuchtung. Wir sind damit jedes Jahr mehr als zufrieden.

4. Auf keinen Fall düngen

Der größte Fehler, der gemacht wird ist, die Pflanzen im Winter zu düngen und zu hoffen, dass man damit den Geilwuchs verhindern kann. Es tritt eher das umgekehrte Ereigniss ein. Die Pflanze hat jetzt noch mehr Nährstoffe, und kann so noch schneller nach oben wachsen. Düngung im Winter ist für viele Pflanzen tödlich.