Türchen 6 – Tag der Apicaceae

Was haben Möhre, Fenchel und Dill gemeinsam?

Machen wir heute mal wieder ein kleines Experiment. Sehen Sie sich die Samen an und vergleichen diese vom Aussehen: Sie ähneln sich stark, nicht wahr?

Möhre, Fenchel und Dill gehören alle gemeinsam zu der Familie der Doldenblütler (Apicaceae) und sind stark miteinander verwandt. Alle 3 Gewächse haben gemeinsam, dass sie ätherische Öle enthalten. Wenn sie an Dill oder an Möhre riechen, können Sie auf jeden Fall eine Gemeinsamkeit erkennen.

Der giftige Riesenbärenklau gehört übrigens auch zur Familie der Doldenblütler und ist mit Möhre ebenfalls stark verwandt. Deswegen konnte man früher bei Möhrenerntern, die große Mengen ohne Handschuhe geerntet haben ähnliche Vergiftungserscheinungen beobachten wie bei jemandem, der den Bärenklau im Wald berührt hat. Die Möhre besitzt nämlich auch dieses fototoxische Gift, allerdings in viel geringeren Mengen.

Nun zu den Kulturen. Als Saatgut befinden sich heute im Kalender:

a) Möhre Oxheart

b) Bronzefenchel

c) Dill aus verwilderten Beständen eines Bauerngartens

Im folgenden soll auf die Einzelnen eingegangen werden:

a) Möhre Oxheart:

Möhre Oxheart - Bildquelle: http://monika-gehlsen.de/

Möhre Oxheart – Bildquelle: http://monika-gehlsen.de/

Das Saatgut der Möhre Oxheart stammt von Monika Gehlsen. Die Möhrensorte hat Ursprünge im 19. Jahrhundert in der Nähe der westfranzösischen Ortschaft Guérande. Dort wurde sie unter dem Namen im Jahr 1884 in den Handel gebracht. Somit gilt die Möhre heute in Deutschland als wiederentdeckte, alte Sorte.

Die Möhre wird ungefähr so groß wie ein menschliches Herz. Sie kann durchaus 10 – 15 cm lang und 10cm dick werden, und ein Gewicht tw. bis 1 Kg bekommen.

Die kurzen, dicken Rüben widersprechen bei vielen der herkömmlichen Vorstellung von einer “normalen Möhre”, die wir standartisiert und ausgesucht im Supermarkt zu kaufen kriegen. Dies hat aber durchaus auch seine Vorteile, denn die meisten Gärtner können sich ihren Boden selbst nicht aussuchen. Viele haben schwere Böden aus Ton und Lehm, dies hat zur Folge, dass die Möhre nicht sehr weit nach unten wachsen kann und dementsprechend unförmig wird. Hier ist ein problemloser Anbau der Ochsenherz-Möhre möglich, wo andere Möhren versagen.

Ein weiterer Vorteil ist die gesundheitliche Wirkung der Möhre. Im Rahmen einer dreijährigen Studie aus Kassel vom Institut für Agrarkultur und Heilkunst “Persephoneia” wurde festgestellt, dass die Möhrensorte Erfolge vorweißt bei der Bekämpfung von Migräne, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Stoffwechselstörungen.

Aussaat:

Bester Aussaattermin ist ein warmer Apriltag. Unter Folietunnel kann schon ab mitte März ausgesät werden. Bei der Saattiefe ist an mit ca. 1,5-2 cm gut beraten.

Hinweis für Sortenerhalter: Möhren kreuzen sich sehr stark untereinander. Daher sollte, wenn man qualitatives Saatgut ernten will, stets nur eine Möhrensorte angebaut werden und es muss sichergestellt sein, dass in der Nähe auch keine Wildmöhren wachsen. Im Herbst überwintert man dann die Rüben und pflanzt sie im Folgejahr wieder ein, erst dann kann man Samen ernten.

Die Oxheart ist eine mittelspäte Sorte. Beim Anbau nicht zu dicht aussäen, damit genügend Platz für die dicken Rüben vorherrscht.

b) Bronzefenchel

Diese meist zweijährige Sorte wird ca. einen Meter hoch und hat ein leuchtend bronzefarbenes Laub. Dieses ist sehr begehrt für würzig riechende Blumensträuße oder als Gewürz und für Tee.

Wenn man eine sonnige Stelle aussucht, entwickelt sich eine hochdekorative Zierpflanze, die dann auch im zweiten Jahr zum Blühen kommt. Auf jeden Fall sollte man im Winter an einen Winterschutz aus Laub denken.

Aussaat:

Man sät die samen etwa 1 cm tief an eine sonnige Stelle. Am besten 10 Korn in einem großen Kreis. Eignet sich auch als Kübelpflanze

c) verwilderter Dill

Wer kennt das nicht, immer gibt es Probleme mit dem Dill. Er will einfach nicht wachsen, egal wie liebevoll man ihn in Reihen säät.

Dieses Problem haben wir nun nicht mehr. Dill ist eine Pflanze, die es will, dass man sie ruppig und grob behandelt zum Zeitpunkt der Aussaat.

Dill kann man normalerweise von Anfang April bis mitte Juni aussäen. Viele machen den Fehler, und säen den Dill liebevoll in Reihen aus und hoffen, dem Dill so die eigenen Vorstellungen aufzwingen zu können. Doch der Dill ist anders. Der Dill ist eine Zicke. Bei Dill ist es am besten, man verteilt die Samen großflächig im ganzen Garten. An den Stellen, an denen es dem Dill gefällt wird er sich niederlassen. Danach dankt er es mit prächtigem Wachstum. Durch diese Methode hat man irgendwann verwilderte Dillbestände, die sich jedes Jahr von ganz alleine Aussäen. Dill hat im Vergleich zu anderen Pflanzen auch kein großes Verunkrautungspotential und kann entfernt werden, wenn er stört.