Türchen 23 – Vergessene Nutzpflanze Amaranth

Amaranth in Blüte

Amaranth in Blüte

Der heutige Tag handelt von einer sehr bedeutenden Pflanze, die aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) stammt. Leider ist die heutige Pflanze in der heutigen Zeit etwas in Vergessenheit geraten und mehr und mehr zur Zierpflanze degradiert, obwohl Amaranth zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit  zählt.

Der Amaranth wurde bereits von der Coxcatlan-Kultur in Mexiko kultiviert. Es werden bei Ausgrabungen von fast 9000 Jahre alten Gräbern sogar Amaranthsamen gefunden. Bei den Azteken; Inkas und Mayas waren die getreideähnlichen Körner neben Quinoa und Mais ein Hauptnahrungsmittel.

Wegen der religiösen Bedeutung des Amaranths, der auch zu Zeremonien in Zusammenhang mit dem Fest zu Ehren des Aztekengottes Huitzilopochtli verwendet wurde, wurde der Amaranthanbau im 16. Jahrhundert von den Spaniern unter Androhung von Todesstrafe verboten. Nach Aufhebung dieses Verbotes blieb der Nutzen der Pflanze für Jahrhunderte fast völlig vergessen.

Heute hat man den Amaranth wiederentdeckt. Als gesundes “Superfood” für die gesundheitsbewussten Konsumenten. Die Samen des Amaranthes (der auch Fuchsschwanz genannt wird) werden ähnlich wie Geteide verwendet, allerdings ist der Amranth botanisch gesehen ein Pseudogetreide: Er sieht zwar aus wie ein Getreide und seine Samen werden auch so verwendet, allerdings gehört er nicht zu den Süßgräsern. Amaranth ist glutenfrei, dies macht ihm zu einem vollwertigen und verträglichen Getreideersatz bei Glutenunverträglichkeit.

Die Blätter werden außerdem als Gemüse gegessen und schmecken nach sehr zartem Spinat. Der Eiweißgehalt von Amaranthblättern übertrift sogar den von Soja. Die Samen und Blüten schmecken nussig.

In der Nahrungsmittelindustrie wird heute Amaranth in der Baby- und Kindernahrung, als Zumischung in Gebäck und Müsli, in Wurstwaren und in Snacks verwendet. Es finden sogar schon erste Versuche zum Brauen von glutenfreiem Bier statt. Der Amaranth hat insgesamt sogar einen höheren Gehalt an Eiweiß und Mineralstoffen als die meisten traditionell angebauten Getreidesorten. Die Proteine bestehen aus essentiellen Aminoisäuren, der Gehalt an Calcium, Magnesium, Eisen und Zink ist sehr hoch. Amaranth gilt als Hoffnung zur Beseitigung des Welthungers.

Amaranthsamen nach dem Keimen unter einer Leuchtanzuchtstation

Amaranthsamen nach dem Keimen unter einer Leuchtanzuchtstation

Anbau:

Durch Vorkultur ab Anfang April kann man wuchtige Exemplare, teilweise zwischen 2-3 Metern erreichen. Hierzu ein paar Korn auf einen Topf streuen und regelmäßig feucht halten. Dann später bei kräftiger Wurzel pikieren. Eigentlich ist Amaranth eine geeignete Einsteigerpflanze, bei der man nichts falsch machen kann.

 

 

Man erkennt reifen Amaranth daran, dass die Körnchen bei kleiner Berührung aus der Blüte fallen. Man sollte die Blütenstände abschneiden und trocknen. Anschließend kann man diese in einem Sack ausdreschen und am Ende die leichten Teile durch Blasen in einer großen Schüssel von den Samen entfernen.

Man erkennt reifen Amaranth daran, dass die Körnchen bei kleiner Berührung aus der Blüte fallen. Man sollte die Blütenstände abschneiden und trocknen. Anschließend kann man diese in einem Sack ausdreschen und am Ende die leichten Teile durch Blasen in einer großen Schüssel von den Samen entfernen.